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U-Boot ArtikelFür andere Bedeutungen siehe U-Boot (Begriffsklärung).
Das deutsche U-Boot U 16 des Ersten Weltkriegs
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Ein U-Boot (kurz für Unterseeboot) ist ein Boot, das für die Unterwasserfahrt gebaut wurde. Moderne große U-Boote, die eine Größe von bis zu 35 Tausend Tonnen haben können, werden auch U-Schiffe genannt.
Mit dem Begriff U-Boot bezeichnet man speziell militärische Unterwassereinheiten. Zivile U-Boote, kommerziell oder für die Forschung, werden meist Tauchboote genannt. Auch die in dem Zweiten Weltkrieg zu dem Einsatz gekommenen U-Boote werden offiziell als Tauchboote genannt, da sie hauptsächlich aufgetaucht zu dem Einsatz kamen und während der Unterwasserfahrt wenig leistungsfähig waren.
Buch-Tipp: Crashdive. Duell der U-Boote Hervorragender Maritim-Roman Ich habe das Buch gelesen und es hat mir so gut gefallen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Es ist spannend und dicht geschrieben. Die Charaktere sind aus dem Leben gegriffen und werden dem Leser absolut glaubwürdig vermittelt. Man lebt und leidet mit den Protagonisten. Die Helden sind keine Supermänner,... | |
(siehe auch U-Boot-Krieg)
- 1465 entwirft der Nürnberger Kriegsbaumeister Kyeser ein Tauchboot.
- 1604 beschreibt Magnus Pegel in einem Buch die Grundgedanken für den Bau eines Tauchbootes.
- 1691 baut der französische Physiker Denis Papin (Professor an der Philipps-Universität Marburg) in dem Auftrag des Landgrafen von Hessen ein Tauchboot (1692: Versuch fehlgeschlagen).
- 1776 baut der Amerikaner David Bushnell die "Turtle " ("Seeschildkröte"), eine Konstruktion aus Eisen und Eichenholz. Sie gilt als erstes Unterwasserfahrzeug. Als Antrieb dienen zwei über Handkurbeln betriebene Schrauben.
- 1799 beschreibt der Bergmeister Joseph von Baader eine Konstruktion für ein Zwei-Mann-U-Boot.
- 1801 entwirft der Amerikaner Robert Fulton die "Nautilus ". Sie besitzt einen Handkurbelantrieb auf eine Schraube, Ruder zur Seiten- und Tiefensteuerung sowie ein Druckluftsystem zur Versorgung der dreiköpfigen Besatzung mit Atemluft. Die "Nautilus" erregt die Aufmerksamkeit Napoleons, gilt aber schließlich für militärische Einsätze als zu langsam.
- 1850 lässt der bayrische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer das erste in Deutschland gebaute U-Boot, den so genannten "Brandtaucher", zu Wasser. Der Entwurf wird unter enormen Kostendruck gebaut, daher wurde sowohl auf Tauchzellen wie auch auf verschiebbare Trimmgewichte verzichtet. Der TauchAblauf soll durch das Fluten von Wasserins Boot erfolgen. Beim ersten Tauchversuch am 1. Februar 1851 in der Kieler Innenförde verschiebt sich der Ballast nach achtern, das Wasser fließt ebenfalls in das Heck, und weil das Boot schon zu schwer war, sinkt es. Weiteres Wasser dringt durch die Nähte der Außenhaut und das Einstiegsluk, und das Boot sinkt auf ungefähr 20 Meter Wassertiefe. Die Besatzung wartet im auf dem Grund liegenden Boot, bis der Innendruck so groß ist wie der Außendruck, dann lässt sich das Einstiegsluk öffnen und die drei Männer, unter ihnen Wilhelm Bauer selbst, können an die Oberfläche auftauchen, wo sie gerettet wurden.
Das Original ist in dem Museum der Bundeswehr in Dresden zu besichtigen. Ein Nachbau steht in dem Deutschen Museum für Technik in dem München.
- 1864 werden während des amerikanischen Bürgerkrieges mehrere handgetriebene U-Boote gebaut, u.a. die "C.S.S. H. L. Hunley". Diese gilt als das erste U-Boot, welches ein gegnerisches Schiff versenkte, nämlich die "U.S.S Housatonic " (am 17. Febr. 1864). Bei dieser Aktion geht das U-Boot mitsamt seiner neunköpfigen Besatzung verloren. Am 4. Mai 1995 wird die Hunley gefunden und geborgen.
- 1914-1918 wurden in dem Ersten Weltkrieg U-Boote erstmals in dem größeren Umfang zu handels oder militärischen Zwecken eingesetzt; vor allem bei der kaiserlichen deutschen Marine, aber auch bei der britischen Marine. Zahlreiche Schiffe wurden durch U-Boot-Angriffe versenkt. Besonderes Aufsehen erregte die Versenkung des britischen Passagierdampfers Lusitania am 7.05 1915. Es wird bis heute angenommen, dass die zahlreichen dabei ums Leben gekommenen amerikanischen Passagiere ein Grund für den späteren Kriegseintritt der Vereinigte Staaten Amerika waren.
- 1939-1945 versenkten deutsche U-Boote in dem Zweiten Weltkrieg mehr als 2.800 alliierte Schiffe. Die Verbesserung des Sonar und die Dechiffrierung des deutschen Funkcodes brachten 1942 die Wende: Die U-Boote wurden gejagt. Von den 40 Tausend Mann starken U-Boot-Besatzungen starben bis zu dem Ende des Krieges 28 Tausend Mann.
- 1954 (21.01) läuft das erste atomgetriebene U-Boot, die USS Nautilus (SSN-571), in den Vereinigte Staaten Amerika vom Stapel.
- 1958 (3.08) passiert die USS Nautilus (SSN-571) als wahrscheinlich erstes Wasserfahrzeug den geographischen Nordpol bei einer Tauchfahrt unter der Arktis.
- 1963 (10.04) zerbricht die USS Thresher bei einen Tieftauchversuch, in dem Atlantik, in 6 Teile. Es wird vermutet, dass eine Hochdruckleitung platzte und so ein unkontrollierter Wassereinbruch erfolgte.
- 1968 (8. März) ereignet sich an Bord des sowjetischen U-Boots K-129 eine Explosion, worauf das U-Boot sinkt. 98 Mannschaftsmitglieder finden den Tod. Dies war der Auftakt zu dem Jennifer-Projekt, dem geheimen Versuch der CIA, ein U-Boot aus über 5 Tausend Metern Tiefe zu bergen.
- 1968 (im Mai) verschwindet die USS Scorpion bei einer Fahrt von Gibraltar nach Norfolk nahe der Azoren. Es gibt verschiedene Spekulationen, was passiert sein mag, beginnend bei einer Kollision bis hin zu einem unkontrolliert losgelaufenen Torpedo. Die Aufzeichnungen des Kurses zeigen, dass Letzteres der Wahrheit vermutlich am Nächsten kommt.
- 2000 (12.08) sinkt das russische U-Boot Kursk (K-141) infolge Explosionen eigener Torpedos mit seiner gesamten 118 Mann starken Besatzung.
Buch-Tipp: Das verlassene Boot am Strand. Nu ja. . . ist nicht ganz so gut, wie man's erwartet hätte. . . Hmmm. . . was soll man zu diesem Buch sagen?Vorneweg erst mal: Das Buch ist nicht annährend so gut wie "Insel der blauen Delfine". Es geht in diesem Buch nicht so sehr um Karana. Sie ist auf jeden Fall nicht mehr die Hauptperson und es wird auch nicht mehr aus ihrer Sicht... |
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U-Boote unterscheiden sich durch einige Besonderheiten von gewöhnlichen Schiffen: Ihr Körper schwebt in dem Wasser. In diesem Fall ist die Masse des gesamte Schiffskörper gleich der Verdrängungsmasse; als grundsätzliche Voraussetzung
für den Gleichgewichtszustand muss hierbei das spezifische Gewicht des Schiffskörpers gleich dem des Wassers sein (Archimedisches Prinzip).
Dieser Zustand wird allerdings nie exakt erreicht. Einerseits wirken sich selbst kleinste Unterschiede zwischen der U-Boot-Masse und der des verdrängten Wassers aus. Andererseits verändert sich die Dichte des ungebenden Wassers laufend durch Wasseraustausch. Das U-Boot hat also stets eine Tendenz zu steigen oder zu fallen, wenn auch ca. sehr langsam. Da diese Tendenzen aber in der Regel sehr klein sind, kann das U-Boot durch dynamischen Auftrieb, mit Hilfe der waagrechten Tiefenruder- seine Tiefe beibehalten oder verändern. Dies funktioniert allerdings ca. wenn sich das Boot bewegt.
Buch-Tipp: Dead Soul Kombination Thriller-Krimi Zu dem ersten Mal hat Brendt bei einem seiner typischen U-Boot-Thriller ein deutliches Krimi-Element eingebracht, das den Roman noch interessanter macht als bei ihm schon üblich. Zu seinem Serien-Protagonisten DiAngelo hat er hier mit seinem norwegischen Inspektor Bergstad eine neue interessante Figur geschaffen, von der man... |
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Die ersten U-Boote waren "Einhüllenboote", bei denen die Tauchzellen innerhalb des Druckkörpers angebracht waren. Da die Zellen mit dem Außenwasser kommunizieren, mussten sie auch druckfest gebaut werden.
Aus dem Streben nach guter Seetauglichkeit bei Überwasserfahrt entstand das "Zweihüllenboot", bei den die Tauchzellen um den Druckkörper herumgelegt wurden. Das Boot erhält damit eine zweite Hülle; da diese in dem Tauchzustand innen wie außen unter gleichem Druck steht, braucht sie nicht besonders stark zu sein. Den durch Brennstoffverbrauch bedingten Gewichtsveränderungen begegnet man dadurch, dass das Treiböl in nicht druckfesten, unten offenen Bunkern auf Seewasser schwimmend gefahren wird.
Die Druckkörper modernen militärischer U-Boote halten normalerweise einem Wasserdruck von 600 Meter Stand (zum Beispiel Los Angeles Klasse). In Anbetracht der Größe der Ozeane bedeutet dies, dass sie eigentlich ca. knapp unter der Wasseroberfläche operieren können. Einige sowjetische Atom-U-Boote besitzen Druckkörper aus Titan und sind in der Lage circa 900 Meter tief zu tauchen. U-Schiffe des Typs Alfa kommen angeblich sogar unter 1.200 Meter. Spezielle zivile Tauchboote sowie Batyskaphen sind in der Lage, jeden Punkt des Meeresbodens zu erreichen.
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U-Boot Kontrollraum der USS Muskallunge (SS 262)
U-Boote müssen in drei Dimensionen manövrieren können.
- Tauch- und Regelzellen: Tanks, die zur Gewichtserhöhung beim Tauchen mit Wasser und zu dem Auftauchen mit Luft gefüllt werden. Die Tauchzellen übernehmen dabei die Hauptlast, die verschiedenen Regelzellen dienen zur genaueren Abstimmung und Trimmung in dem getauchten Zustand. Das füllen der Auftriebszellen wird anblasen genannt.
- Untertriebszellen: Aufgabe dieser besonderen Tauchzellen ist, das Gewicht des U-Bootes so schnell wie möglich zu vergrössern, um schnellere Alarmtauchzeiten zu erreichen. Diese betrugen bei Kampfbooten in dem Zweiten Weltkrieg teilweise weniger als 30 Sekunden. Da die Untertriebszellen keinem großen Wasserdruck ausgesetzt werden konnten, mussten sie, nach dem das Boot unter der Wasseroberfläche verschwand, wieder angeblasen werden. In modernen Atom-U-Booten findet diese Technologie keine Verwendung, da sie in der Regel ca. einmal während ihres Einsatzes tauchen müssen und erst nach Monaten wieder auftauchen. Sie benötigen zu dem tauchen teilweise mehrere Minuten.
- Tiefenruder: Sie übernehmen die Feinabstimmung in dem getauchten Zustand. Die Anordnung der vorderen Tiefenruder variiert bei modernen U-Booten sehr stark. Am Turm angebrachte Tiefenruder sind nicht in der Lage, den TauchAblauf zu unterstützen und erschweren das Auftauchen in vereistem Wasser. Kleine U-Boote haben ab und zu eine dynamische Tiefensteuerung, das heißt sie steuern ca. mit Tiefenrudern. Diese Technik wird vor allem bei unbemannten U-Booten und in dem Modellbau benutzt.
Buch-Tipp: Der Amerikanische Bürgerkrieg Zugreifen! Der Titel des österreichischen Historikers bietet auf kompaktem Raum eine militärgeschichtlich sehr detaillierte Gesamtdarstellung des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) mit Vorgeschichte, Folgen und Auswirkungen bis in die Gegenwart, wobei ebenso auf wirtschaftliche und soziale Aspekte eingegangen wird. Die Gliederung ist chronologisch... |
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Maschinenraum in einem deutschen U-Boot (um 1919)
Gewöhnliche Schiffsaggregate (Dieselmotoren, Gasturbinen) sind Verbrennungsmotoren und benötigen Luftsauerstoff für den Verbrennungsvorgang. Da in dem getauchten Zustand keine Luft zur Verfügung steht, kommen luftunabhängige Antriebe zur Anwendung.
- Elektroantrieb mit Batterie: geeignet für kleine U-Boote, beispielsweise Forschungs-U-Boote.
- Diesel-elektrischer Antrieb: Dieselmotoren werden bei Überwasserfahrt zu dem Antrieb und zu dem Aufladen von Akkumulatorenbatterien benutzt. In dem getauchten Zustand fährt das U-Boot mit Elektromotoren, die aus den Batterien gespeist werden.
- Brennstoffzellen: Die Entwicklung dieser Technologie begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Interesse, Brennstoffzellen für U-Boote zu benutzen ist also wesentlich älter, als das der Automobilindustrie. Heute stellt diese Antriebsform wohl die fortschrittlichste dar. Sowohl die Unabhängigkeit vom Luftsauerstoff als auch ein Minimum an beweglichen Teilen (die Geräusche verursachen) und die kleine Betriebstemperatur entsprechen den Anforderungen an moderne militärische U-Boote. Derzeit ist mit U31 ein von HDW entwickeltes und gebautes U-Boot mit Brennstoffzellenantrieb in dem aktiven Dienst. U31 ist ein U-Boot vom Typ U 212a.
- Nuklearantrieb: Größere U-Boote können Strom mit einem Atomreaktor erzeugen, der zu dem Antrieb von Elektromotoren dient. Da durch Elektrolyse auch Sauerstoff aus dem Meerwasser gewonnen werden kann, können U-Boote mit Nuklearantrieb monatelang unter Wasser bleiben.
- Stirlingmotor: In einigen U-Booten der schwedischen Marine kommen außenluftunabhängige, ihr Abgas gegen den Seedruck nach außen ausstoßende Stirlingmotoren zu dem Einsatz, die durch besondere Laufruhe die Geräuschtarnung verbessern.
- Hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid: Während des Zweiten Weltkriegs gab es auf deutscher Seite Versuche mit einem außenluftunabhängigen Antrieb auf der Basis von Sauerstoff abgebenden Substanzen. Es handelt sich um die sog. Walter-U-Boote, benannt nach ihrem Konstrukteur Hellmuth Walter. Die Boote wurden nie zur Serienreife entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Großbritannien die Forschung hieran fort, auf Grund der Gefährlichkeit der benutzten Chemikalien und des hohen Treibstoffverbrauchs wurde dieser extrem leistungsfähige Antrieb jedoch bald aufgegeben.
Buch-Tipp: Drehzahlveränderbare Antriebe mit Asynchronmotoren Eine sehr schöne Einführungins Thema Zu dem Gebiet der drehzahlveränderbaren Antriebe mit Asynchronmotoren mußte ich etwas suchen, um überhaupt neuere Beschreibungen zu finden. Dabei erwies sich dieses Buch als gelungene Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes. Es wird ein Standardwissen über Antriebe vermittelt, ohne jeweils die aktuellen... |
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russisches Patrouillen-U-Boot in Dänemark
Viele Staaten besitzen militärische U-Boote, genaue Daten über die Zahlen sind jedoch häufig geheim.
Die Stärke von U-Booten gegenüber Überwasserschiffen liegt darin, dass sie versteckt operieren und ca. schwer entdeckt werden können.
Da U-Boote nicht optisch erfassbar sind, weil das Meer in größeren Tiefen dunkel ist und Radar unter Wasser nicht funktioniert, können sie auf größere Entfernungen ca. akustisch lokalisiert werden, auf kurze Entfernungen auch durch die Erwärmung des Wassers durch den Antrieb oder eine Verzerrung des Magnetfeldes durch die Stahlhülle.
Darum wird bei der Konstruktion besonders darauf geachtet, dass ein U-Boot so leise wie möglich ist. Dies wird durch einen stromlinienförmigen Bootskörper und speziell geformte Schiffsschrauben ermöglicht.
Buch-Tipp: Elektrische Antriebe (Kamprath-Reihe) Ein Lehrbuch mit Stärken In diesem Buch findet man gute Ergänzungen zur klassischen Theorie in der Antriebstechnik. Der Leser kann sich über eine gut verständliche Einführung in die Grundlagen und eine Vielzahl praktischer hinweise freuen. Jeder, der an den Funktionsprinzipien der Elektrischen Maschinen oder ihrer Kopplung mit Arbeitsmaschinen... |
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Periskop auf einem U-Boot
Für die Überwasserfahrt haben U-Boote heute Radar.
Zur Orientierung kann, wenn das U-Boot knapp unter der Wasseroberfläche schwimmt, ein Periskop ausgefahren werden, mit dem die Umgebung über Wasser erkundet werden kann.
Unter Wasser kann ein U-Boot andere Schiffe ca. akustisch lokalisieren.
Dies kann passiv über Hydrophone (Unterwassermikrophone) oder aktiv über Sonar geschehen, wobei das U-Boot seine Position mit dem Sonar selbst verrät.
Passive Sonaranlagen können auch an mehreren hundert Meter langen Kabeln hinter dem U-Boot hergezogen werden (Schleppsonar). Dies vergrößert die Reichweite der Hydrophone erheblich, da durch den Abstand zu dem Antrieb des U-Bootes die Störgeräusche reduziert werden.===Ortungsschutz===
Buch-Tipp: Elektrische Antriebstechnik 1. Maschinen Gute Erklärungen und Zeichnungen Dieses Buch von Fritz Kümmel gefällt mir von seinen drei Bänden am Besten, weil es in sich gut abgeschlossen wirkt. Viele Querverweise in den folgenden zwei Bänden beziehen sich auf diesen ersten Band, ohne ihn sind die anderen zwei praktisch kaum lesbar. Hier werden die Grundlagen der Elektrischen Maschinen... |
Passiver Lokalisationsschutz |
U-Boot Bunker an der Adria in Albanien
Grundsätzlich gilt, dass ein U-Boot um so schwerer zu lokalisieren ist, je kleiner und leiser es ist. Dieselelektrisch betriebene U-Boote haben deswegen in dem getauchten Zustand häufig Vorteile gegenüber den wesentlich teureren Atom-U-Booten. Der Hauptvorteil von Atom-U-Booten sind ihre Ausdauer und Geschwindigkeit. Hohe Geschwindigkeiten verringern allerdings die Sensorenreichweite erheblich und vergrößern den Geräuschpegel. Zusätzlich verursacht die hohe Temperatur des Reaktors zahlreiche Probleme. Bei modernen Kernreaktoren kann bei kleiner Leistungsabgabe die Kühlung allein durch Konvektion bewerkstelligt werden. Ansonsten sind Kühlwasserpumpen notwendig, welche Geräusche erzeugen, die sich über den Schiffskörper bis in das Wasser fortpflanzen und dort zu lokalisieren sind. Die Abwärme aus dem Kühlwasser von Kernreaktoren ist sogar durch Satelliten zu orten.
Eine weitere Möglichkeit die Eigengeräusche eines U-Bootes zu dämpfen besteht darin, alle Maschinen auf einer freischwingenden, gummigelagerten Plattform aufzubauen, um so die Geräuschübertragung auf den restlichen Schiffskörper zu vermindern.
Speziell geformte Propeller sorgen für eine Minimierung von Kavitationsgeräuschen.
Neben der Dämpfung der Eigengeräusche kommen auch Maßnahmen zu dem Einsatz, welche die Ortung durch feindliches Sonar erschweren sollen.
So dämpft eine Opanin-Hülle, eine ungefähr 4 mm dicke Gummibeschichtung, die Schallrückstrahlung in dem Frequenzband zwischen 10 und 18 kHz bis auf 15%. Die Wirkung des Schutzmittels ist dabei stark abhängig von Salzgehalt, Luftgehalt und Temperatur des Wassers.
Buch-Tipp: Geheimcode Makaze. Ein Dirk-Pitt-Roman Der Sohn ist leider nicht der Vater Diese Motto gilt wohl für die Familie Pitt als auch Cussler. Ich habe bisher alle Pitt-Romane und auch sonst jeden Cussler gelesen, aber der vorliegnde Roman kann nicht an die Erfolge des Vergangenheit anknüpfen. Der junge Pitt kommt zwar sympathisch rüber, hat so ziemlich alle Merkmale und Stärken von Pitt... |
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Ein Schutzmittel besteht in dem Ausstoßen von Täuschkörpern ("Bolden"). Ein Täuschkörper ist ein Auftriebskörper, der Kalziumhydrid (CaH2) enthält und vom U-Boot ausgestoßen werden kann. Er schwebt in dem Wasser und erzeugt dabei Wasserstoffblasen,
CaH2 + 2 H2O = Ca(OH)2 + 2 H2
die für die Sonar-Ortung ein ScheinAbsicht vortäuschen sollen, hinter dem das gefährdete U-Boot ablaufen kann. Ein anderes Mittel ist das Ausstoßen von Tauschkörpern (Düppeln?), die die Geräusche des U-Boote imitieren und so herannahende Torpedos in die Irre führen sollen.
Russischen Käpitänen wird nachgesagt, dass sie (immerhin früher) das Manöver "Irrer Iwan" durchführten, bei dem das U-Boot mit voller Geschwindigkeit auf den Torpedo zuläuft, statt, wie üblich von ihm weg. Dadurch konnten die Torpedos ebenfalls abgelenkt werden. Mit modernen, drahtgelenkten Torpedos, zu dem Beispiel Mark (Mk) 48 ADCAP (advanced capility), funktioniert dieses Manöver aber nicht mehr.
Auch werden als Lokalisationsschutz Geräuschbojen ("Rabatzbojen"), die z.B. das Geräusch eines U-Boot bei Dieselfahrt oder Schleichfahrt nachahmen, nachgeschleppt.
Buch-Tipp: Grundlagen der Robotertechnik. Tipps und Tricks für den Selbstbau Praxisnaher Roboterbau Das Buch vermittelt praxisnahe Erfahrung für den Bau autonomer Roboter. Es ist das ideale Einstiegswerk für den kreativen Bastler, der mit technischem Geschick und ohne umfangreiches theoretisches Vorwissen erste Schritte in dem Bau autonomer Maschinen unternehmen will. Die vielen gut illustierten Beispiele ermutigen das Nachbauen... |
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Die Kommunikation mit getauchten U-Booten ist sehr problematisch. Ausschließlich die Supermächte verfügen über die Technologie, wenige Daten zwischen U-Booten und Flugzeugen über große Entfernungen auszutauschen, indem beide sehr lange Antennen hinter sich her ziehen. Um große Datenmengen auszutauschen, sind U-Boote gezwungen, sich der Wasseroberfläche zu nähern und sie mit konventionellen Antennenmasten zu durchdringen. Dies wiederum erleichtert ihre Ortbarkeit. Versuche, das Kommunikationsproblem durch satellitengestütze Laser zu lösen, wurden wahrscheinlich nachdem Ende des kalten Krieges aufgegeben.
Mit einem getauchten U-Boot zu kommunizieren ist fast unmöglich, da ca. extrem langwellige Radiosignale das Wasser durchdringen können. Die Vereinigte Staaten Amerika benutzen extrem leistungsstarke Längstwellensender mit Frequenzen um 20 kHz um Nachrichten an getauchte Boote auszusenden. Die Datenrate ist extrem klein. Es können ca. einige Zeichen pro Stunde übertragen werden. Längere Nachrichten an ein U-Boot werden auf einen Satelliten gespeichert und heruntergeladen (in Sekundenschnelle!), wenn das Boot aufgetaucht ist.
Ansonsten gibt es für ein getauchtes U-Boot noch die Möglichkeit, eine Funkboje mit der gespeicherten Nachicht aufsteigen zu lassen, die dann zu dem Beispiel an einen Satelliten gesendet wird. Das ist das übliche Verfahren bei Notsituationen, in denen das Boot auf den Meeresgrund gesunken ist und Hilfe von Außen benötigt wird.
Über sehr kurze Entfernungen können akustische Unterwassertelefone zu dem Einsatz kommen. Bei zivilen Tauchbooten bietet es sich häufig an, auf eine Kabelverbindung zurückzugreifen.
Buch-Tipp: Handbuch Elektrische Kleinantriebe Anschaulich, verständlich, präzise, praxistauglich und wirklich aktuell Dieses Buch ist für alle Ingenieure und Naturwissenschaftler zu empfehlen, die den aktuellen Stand der Technik auf dem Gebiet der Elektromotoren und -antriebe nachlesen oder in dem Selbststudium erlernen möchten. Das Buch ist sehr anschaulich und verständlich geschrieben. Die... |
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Torpedos sind die bekannteste Waffe militärischer U-Boote. Aus den Torpedorohren moderner U-Boote können aber auch Flugkörper gestartet werden. Das gängigste Prinzip hierbei ist, einen Flugkörper, der auch von Überwasserschiffen aus gestartet werden kann, in einen zylindrischen Container zu verstauen. Dieser Container verlässt das U-Boot auf die gleiche Art uns Weise wie ein Torpedo und durchstößt die Wasseroberfläche; danach gibt er den Flugkörper frei.
Überwiegend werden solche Flugkörper gegen Schiffe eingesetzt. Es gibt aber auch Flugkörper (z.B. die amerikanische Asroc ), die einen Torpedo mit sich führen, der gegen gegnerische U-Boote eingesetzt werden kann. Hierdurch werden wesentlich größere Reichweiten erreicht, als wenn das gegnerische U-Boot direkt mit Torpedos beschossen würde.
Auch Marschflugkörper gegen Landziele können aus Torpedorohren gestartet werden. Allerdings werden sie überwiegend aus senkrechten Startschächten abgefeuert, um die Anzahl der mitgeführten Torpedos nicht reduzieren zu müssen.
Ballistische Flugkörper werden grundsätzlich aus senkrechten Schächten gestartet, da sie wesentlich größere Durchmesser haben als Torpedos.
Überwasserbewaffnung haben moderne U-Boote nicht oder kaum (verschiedene Flugabwehr-Raketenstarter z.B. zu dem Einbau in den Turm existieren), da sie ausschließlich unter der Wasseroberfläche operieren. Die Tatsache, dass sich U-Boote fast nicht gegen U-Jagd (=ASW )-Hubschrauber und Flugzeuge verteidigen können, bedingt die Entwicklung von Flugabwehrwaffen, die von getauchten U-Booten aus einsetzbar sind. Einsatzbereite Technologien sind aber nicht bekannt.
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Aufgaben und Arten von U-Booten | |
Die ursprüngliche Aufgabe von U-Booten war es, Überwasserschiffe zu bekämpfen. In dieser Rolle erlangten die U-Boote in beiden Weltkriegen ihre Bedeutung. Mit Beginn des Nuklearzeitalters kamen zwei weitere Hauptaufgaben hinzu. Strategische U-Boote wurden mit nuklearen Raketen ausgerüstet und dienten der Abschreckung. Sie bildeten einen Teil der so genannten nuklearen Zweitschlagkapazität , die einen gegnerischen Angriff auf das eigene Land überleben und für einen Gegenschlag bereit stehen sollten. Gleichzeitig wurden zur Jagd auf gegnerische strategische U-Boote spezielle Jagd-U-Boote entwickelt. Für beide Aufgaben benutzte man in erster Linie, aber nicht ausschließlich, atomgetriebene U-Boote. In jüngster Zeit werden Jagd-U-Boote mit nicht nuklearem außenluftunabhängigem Antrieb entwickelt. Bei der deutschen Marine und einigen Verbündeten werden derzeit Boote mit dem in Deutschland entwickelten Brennstoffzellen-Antrieb beschafft. In der Deutschen Marine sind es die U-Boote der Klasse 212, die nach und nach in Dienst gestellt werden.
Neben diesen klassischen Aufgaben hat die Aufklärung mit U-Booten an Bedeutung gewonnen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, ungesehen zu operieren und mit akustischen Sensoren sehr weit zu horchen, können U-Boote gerade in Szenarien unterhalb der Schwelle offener Konflikte wichtige Erkenntnisse sammeln. Eine weitere Sonderaufgabe ist der Einsatz von Kampfschwimmern vom U-Boot aus. Beide Aufgaben können von herkömmlichen oder speziellen U-Booten wahrgenommen werden.
Man kann folgende wesentliche Typen von U-Booten unterscheiden:
- Atom-U-Boote können lange Strecken zurücklegen und sind häufig sehr groß (bis zu 35 Tausend Tonnen Verdrängung).
- Angriffs-U-Boote (auch Jagd- oder taktische U-Boot) sind gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet, um andere Schiffe anzugreifen. Daneben können sie auch mit Marschflugkörpern für den Angriff auf Landziele oder lohnende Seeziele (wie Trägerkampfgruppen (CVBG)) bestückt sein. Sie existieren mit einer Vielzahl von Antriebsformen.
- Jagd-U-Boote dienen der Bekämpfung gegnerischer U-Boote. Jagd-U-Boote stellen die wirkungsvollste Waffe gegen U-Boote mit ballistischen Raketen dar, da diese häufig getaucht unter dem Eis operieren. Außerdem ist die Sensorenreichweite getauchter U-Boote weit größer als die von Überwasserschiffen, oder Flugzeugen. Jagd-U-Boote zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Geschwindigkeit aus, so gehören die Russischen Alfa-Klasse U-Boote wohl zu den schnellsten existierenden Ubooten.
- Versorgungs-U-Boote ( in dem Zweiten Weltkrieg "Milchkühe" genannt) und U-Boot-Tanker sollten entweder andere U-Boote auf See mit Nachschub versorgen oder als Blockadebrecher agieren. Auch spezialisierte U-Minenleger (für Schachtminen) kamen zu dem Einsatz.
- U-Kreuzer wurden in dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit für den Handelskrieg nach Prisenordnung entwickelt. Sie waren daher neben Torpedos auch mit starker Artillerie bewaffnet, trugen Beiboote und sogar Beobachtungsflugzeuge. Das größte U-Boot vor Beginn des Atomzeitalters, die französische Surcouf , war ein solcher U-Kreuzer. Flugzeuge wurden auch von japanischen Aufklärungs-U-Booten zur Erkundung großer Gebiete mitgeführt.
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US-Forschungs-U-Boot Pisces IV wird von ihrem Versorgungsschiff herabgelassen
Tauchroboter KRAKEN MAX ROVER
- Tiefsee-U-Boote dienen Forschungszwecken und können wesentlich tiefer tauchen als militärische U-Boote. Meist sind sie um einen kugelförmigen Druckkörper herumkonstruiert, haben Batteriebetrieb und können sich nicht besonders schnell fortbewegen. Ihre Tiefensteuerung erfolgt häufig durch vertikale Schraubenantriebe.
- Touristen-U-Boote werden benutzt, um die Unterwasserwelt für Touristen zu erschließen. Sie besitzen große Panorama-Fenster und können daher nicht sehr tief tauchen (nur wenige 10 Meter). Meist werden sie in der Nähe von Riffen eingesetzt.
- Unbemannte U-Boote (auch Tauchroboter) dienen vor allem zur Forschung und sind meist mit Kameras, häufig auch mit Greifarmen ausgestattet. Sie können extrem tief tauchen und sind wesentlich kleiner als bemannte U-Boote (da sie keinen Sauerstoffvorrat und keine Passagiere transportieren müssen).
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Weiteres zu dem Artikel U-Boot |
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